Ein Wochenende voller Musik, Freundschaft und beeindruckender Handwerkskunst liegt
hinter der BigBand Freiberg. Schon am Donnerstag brachen einige Musiker auf Richtung
Markneukirchen, das Herz des deutschen Instrumentenbaus. Dort hatte Trompeter und
Instrumentenbauer Uwe Teuke ein ganz besonderes Programm vorbereitet: In der Werkstatt
der Firma Voigt erlebten die Besucher hautnah, wie aus flachem Blech und geraden Rohren
präzise Blechblasinstrumente entstehen. Das Museum vor Ort erzählte mit liebevoll
ausgestellten Exponaten die Geschichte der Instrumentenbauer, die nach dem Dreißigjährigen
Krieg aus Böhmen ins Vogtland kamen. Am Freitag folgten Besuche bei Kontrabassbauer
Marko Ackert und Schmidt Mundstücke – beides kleine, feine Betriebe, die mit viel
Leidenschaft und handwerklicher Perfektion arbeiten. Die Begeisterung der Musiker war
groß: „Es ist faszinierend zu sehen, wie viel Herzblut und Präzision hinter jedem einzelnen
Instrument steckt.“
Am Freitagabend trafen sich beide Bands – die BigBand Freiberg und ihre Gastgeber, die
Wood ’n’ Brass Big Band der TU Bergakademie Freiberg – in einem gemütlichen Lokal mit
tschechischen Spezialitäten. Es wurde gelacht, erzählt und die Vorfreude auf die gemeinsamen
Konzerte wuchs spürbar.
Der Samstag begann mit Aufbauarbeiten im malerischen Schlosshof von Schloss
Freudenstein. Während die Musiker ihre Plätze einrichteten und die Bühne füllten, führten die
Gastgeber ihre Gäste auf eine charmante Stadtführung durch Freiberg – ein kleiner Moment
der Ruhe vor dem großen Auftritt.
Am Abend verwandelte sich der Schlosshof in eine Klangbühne: Anlässlich des 10-jährigen
Jubiläums der Wood ’n’ Brass Big Band spielten beide Ensembles abwechselnd ein
abwechslungsreiches Programm – mal mitreißend und kraftvoll, mal gefühlvoll und leise.
Zum Finale vereinten sich alle Musiker und brachten das Publikum mit einem grandiosen
gemeinsamen Auftritt zum Toben. Stehende Ovationen, begeistertes Klatschen, zwei Zugaben
– ein Abend, der allen in Erinnerung bleiben wird. Als Krönung erklang spät in der Nacht
noch das traditionelle Steigerlied, gesungen von den Gastgebern im Schlosshof. Ein
Gänsehautmoment.
Am Sonntagmorgen ging die Reise weiter nach Roßwein, der Partnerstadt von
Freiberg/Neckar. In der Akustik der ehrwürdigen Stadtkirche entfaltete die Musik eine ganz
eigene Magie. Wieder spielten beide Big Bands einfühlsam zusammen, wieder gab es großen
Applaus und Zugaben. Zum Abschluss lud Bürgermeister Paßehr ins Rathaus zu einem
herzlichen Empfang mit Pizza und Soljanka-Suppe – ein köstlicher Ausklang für ein
musikalisch und menschlich bereicherndes Wochenende.